Esther gibt ihr bestes

Posted by on Mar 15, 2015 | No Comments

Nach der Assembly heute hatten mich einige Leute nach den Text gefragt, den ich für den Teil “Esther gibt ihr bestes” geschrieben habe. Das Original habe ich in Englisch geschrieben da Englisch einfacher für mich ist, und habe den Text dann ins deutsche übersetzt. Daher bitte ich um Entschuldigung falls ihr Rechtschrift oder Grammatik Fehler vorfindet.

Es ist einer der wenigen Dinge, die uns alle verbindet. Wir alle erleben Zeit, wir alle sind der Zeit ausgeliefert. Zeit ist von Natur aus vergänglich, und bewegt sich unaufhörlich in eine Richtung, ob man es will oder nicht; ob man dafür bereit ist oder nicht. Man kann die Zeit als eine langsame und stetige Reise oder als ein Rennen bis zur Ziellinie wahrnehmen aber eines ist sicher: Die Zeit steht niemals still.

Und nichts ist von Dauer.

Ob Gesellschaft, Kultur, oder Nationalstaat. Ob unsere Umgebung, oder unser zuhause.

Ob unsere Beziehungen, oder unsere Familien. Unsere Körper, oder unser Verstand.

Wir selbst.

All die Dinge, die wir zu wissen glaubten.

Selbst der Boden, auf dem wir stehen, dieser Planet der unser zu Hause ist, und die Sonne, die uns das Leben gibt. All diese Dinge werden sich ändern und eines Tages nicht mehr bestehen.

Versteht mich nicht falsch. Ich glaube nicht, dass dies entweder gut oder schlecht ist. Es ist einfach so.

Es gibt Erinnerungen, Augenbliche, in den ich mir wünschte, wieder eintauchen zu können. Diese Momente wieder zu erleben und wieder zu fühlen – nicht um sie zu ändern, aber mich daran zu erinnern wie dieser Moment war, als ich noch diese Person war. Ich wünschte, ich könnte diese Erinnerungen festhalten, irgendwie sicher verstauen bis ich sie irgendwann wieder verwenden möchte. Das traurige ist jedoch, je mehr man sich an etwas erinnert, desto mehr verändern sich diese Erinnerung. Und so sind auch unsere Erinnerung nicht von Dauer.

Dieser Mangel an Permanenz ist sowohl eine Quelle der Traurigkeit und der Erleichterung für mich. Ich finde mich oft in dieser ambivalenten Position der Sehnsucht nach der Vergangenheit, und Ungeduld für die Zukunft. Zwischen Heimweh und Fernweh. Es scheint dass auch ich nicht still stehen kann.

In nur ein paar Wochen, werde ich mit meinem Partner Jay Hamburg verlassen und nach Singapur ziehen, und spüre jetzt schon die Nostalgie. Ich habe mich schon oft in meinem erwachsenen Leben von Ort zu Ort bewegt, und kenne daher dieses Gefühl sehr gut. Und ich habe bereits verstanden dass dieses Gefühl wertvoll ist. Man lernt davon die Alttäglichen Sachen viel mehr zu schätzen. Es wird einem die kleinen Dinge viel bewusster, die Kleinigkeiten die eine Routine ausmachen, die man zerbrechen und dann wieder aufbauen muss. Man lernt auch zwischenmenschliche Beziehungen viel mehr zu schätzen. Es wird einem die Menschen bewusster, die Menschen dessen Leben man kurz erblickt hat, die man niemals ersetzen kann.

Das Bewusstsein, dass dies und auch alles nicht von Dauer sind lässt mich dies alles besser schätzen, und lässt mich diese kurze Zeit die wir haben besser genießen. Manchmal vergesse ich das zu tun, aber ich versuche mein Bestes daran zu denken. Ich freue mich, dass ich diese Zeit hier in Hamburg genießen konnte, freue mich auch auf das Abenteuer das noch vor uns liegt, und natürlich auch auf die kurze Zeit die wir noch hier haben.

Vielen Dank.

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