Der Anfang.

Posted by on Aug 11, 2014 | No Comments

Am Anfang war das Wort: Sunday Assembly – das hatten wir irgendwo gelesen. Am Anfang waren wir zu zweit. Das war irgendwann im März. Wir hatten schon länger darüber nachgedacht, ob es nicht schade sei, dass der Sonntag als Tag der Erholung, der Gemeinschaft und der Besinnung auf das Wesentliche aus der Mode gekommen ist. Sunday Assembly war genau das, was wir uns vorgestellt hatten. Nur besser! Also haben wir gleich mal auf sundayassembly.com Bescheid gesagt, dass wir das hier in Hamburg machen wollen. Dann passierte erstmal – nichts.

Das hatten wir uns zu einfach vorgestellt. Und außerdem: So eine richtige Community starten? Gar eine gottlose Gemeinde? Ich persönlich hatte mir eigentlich geschworen, nie wieder in einen Verein einzutreten. Wir machten erstmal die Webinare von Sunday Assembly International mit und dachten uns: “Ist ja egal. Wenn wir es doch doof finden, hören wir halt wieder auf.”

Fanden wir aber nicht. Es wurde Juni. Also mussten wir irgendwas machen. In London hatten sich nicht gerade viele Leute aus Hamburg gemeldet. Also eigentlich sonst keiner. Sollten wir ein Meeting machen oder einen Vortrag halten, um andere für die Idee zu gewinnen? Aber drüber reden erschien uns einfach nicht so gut wie einfach machen. Also hatten wir unsere erste Assembly im Humanist Lab. Wir machen oft Veranstaltungen, und wir sind es auch gewohnt vor fremden Leuten zu reden. Aber diesmal waren wir richtig aufgeregt. Was ist, wenn keiner kommt? Kann man sich wirklich hinstellen und singen und erwarten, dass alle mitsingen – zu Karaoke Videos? Unser persönlicher Beitrag (X is doing their best) – mache ich mich da komplett zum Horst, was aus meinem Leben zu erzählen, wo mich kein Schwein kennt? Würden nur so Hardcore Atheisten auftauchen, die nur Dawkins-, Harris-, etc. Lesungen akzeptieren würden?

Wir hatten uns geschworen, das einfach durchzuziehen, egal was passiert.

Wir waren zu viert. Wir beide und ein Freund, den wir überredet hatten und der uns gleich gesagt hatte, dass er auf gar keinen Fall irgendetwas singen würde. Und ein Gast!!! Yay! Das hätte die peinlichste Erfahrung unseres Lebens sein können, wenn es nicht am Ende so verdammt toll gewesen wäre. Wir neigen nicht gerade zur Rührseligkeit, aber es war einfach super! Wir haben zusammen gesungen, einen kurzen Text gelesen, X is doing their best, Meet your neighbours, wieder singen, final address … fast das ganze Programm. Und wirklich: Wir fühlten uns inspired, revitalized and connected as fellow humans!

Diese Energie trug uns die gesamte nächste Woche. Unser erster Gast wurde unser erstes neues Mitglied in unserem neu gegründeten Organising Team. Und dann nahm alles irgendwie seinen Lauf. Plötzlich meldeten sich doch Leute – über London, über die Facebook-Seite und natürlich über unsere nächste Trial Assembly im Juli. Da war es schon proppenvoll. Newsletter, Website, Vereinsgründung, die ersten Spenden,… Jetzt sind wir offiziell eine Start-up Assembly, und unser Hamburger Organising Team ist ziemlich international. Wir sind vernetzt mit Leuten aus den USA, aus England, aus den Niederlanden, aus Belgien und natürlich mit Berlin. Wir tauschen uns aus über passende Songs, über Organisatorisches und über unsere persönlichen Erfahrungen im Aufbau unserer Communities.

Noch eine Trial Assembly im August und dann kommt der große Launch: Am 28.September starten weltweit alle neuen Start-up Assemblies! We love love to be a part of this!

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